Die Geschichte von U39
Man schreibt das Jahr 1814 als mit den Arbeiten an den Plänen für das U-Boot, das später den Namen „Neptun" erhalten soll, begonnen wird. Bis zum Stapellauf dauert es nur knapp über zwei Jahre. Bereits am 7. August 1816 ist es so weit - die erste Forschungsreise unter Kapitän Bernhard Ussifain kann beginnen.

Von ihrer Jungfernfahrt kehrt die „Neptun" allerdings nie zurück. Vor der Insel Privic gerät das U-Boot bei einer Überwasserfahrt in schwere See. Der Kapitän befiehlt, in ruhigere Gewässer abzutauchen, doch das Turmluk klemmt, das U-Boot nimmt Wasser und sinkt. Unterwasserströmungen treiben die „Neptun" durch die Untiefen der Weltmeere...
Im Juni 1997, während eines Tauchgangs in der kroatischen Adria, finden Enzo und Ernst Binder eine Seemannskiste. Neben anderen interessanten Utensilien, die die Jahre überdauert haben, enthält diese das Logbuch von Kapitän B. Ussifain, das Aufschluss über das Schicksal der „Neptun" und ihrer Mannschaft bringt.
| ... Eine Tiefseeströmung drückt das U-Boot in die Tiefe, wo es unter einem Felsvorsprung eingeklemmt stecken bleibt. Nach drei Tagen unter Wasser wird der Luftvorrat knapp. Kapitän B. Ussifain befiehlt der Mannschaft das U-Boot zu verlassen. Alle 44 Mann erreichen sicher die Oberfläche und werden nach weiteren zwei Tagen auf See von einer Fregatte aufgenommen und gerettet. |
Noch im Jahr 1997 wird im UWC mit der Planung der Suche nach der „Neptun" begonnen. Das Suchteam, das aus Tauchern und ehemaligen U-Bootfahrern zusammengestellt wird, besteht aus folgenden Spezialisten:
- Peter Uhrovcsik - Kapitän zur See
- Enzo - Olt z. See / 1.Offizier ( heute KptLt in R.)
- Ernst Binder - Olt z.See / Leitender Ingenieur
- Alfred Kaspar - Stabsbootsmann
- Wolfgang Wimmer - Stabsbootsmann
- Johann Ribisch - Bootsmann
- Karin Haas - Stabsbootsmann
- Leon Berger - Stabsbootsmann ( heute Oberstabsbootsmann)
- Herbert Fuchs - Matrose (Ehemaliger 2.Steuermann, wegen unerlaubten Entfernens von der Mannschaft zum einfachen Matrosen degradiert)
Am 5. Mai 1998, um exakt 13 Uhr 45 findet das UWC-Tauchteam mit Wowi Wimmer, Kurt Dorner und Leon Berger das U-Boot in einer Tiefe von 40 Metern, auf rechtem Kiel stehend, in einer Unterwasserhöhle. Glücklicherweise befindet sich in dieser ausreichend Atemluft, um die notwendigsten Reparaturarbeiten an Ort und Stelle vornehmen zu können.
Dank des LI Ernst Binder und der Stabsbootsmänner Alf Kaspar, W.Wimmer, Karin Haas und J.Ribisch kann die „Neptun" wieder seeklar gemacht werden. Bis sie in unser Trockendock in Wien 10 verholt werden kann, vergehen allerdings noch einige Jahre.
Erst am 1. Februar 2002 erreicht die Neptun nach einer abenteuerlichen Unterwasserfahrt – die einzig durch eine navigatorische Meisterleistung unseres 1. Offiziers Olt z.See Enzo möglich gemacht wird – durch die Adria, die Donau, den Donaukanal und die Wiener Kanalisationsanlage das Trockendock in der Landgutgasse 39.
Nach der erneuten Kiellegung im Trockendock Landgutgasse 39 im Februar 2002 vergehen abermals Monate, bis es am 15. März 2004 zur Namensgebung in „U39" und zur Widmung als Forschungsunterseeboot kommt.
Bis zum Sommer 2005 wird das U-Boot generalüberholt. „U39" wird mit einer neuen Elektronik ausgestattet, wissenschaftliche Geräte werden installiert und in Betrieb genommen.
Ende August 2005 – beinahe zwei Jahrhunderte nach seiner Jungfernfahrt – läuft das U-Boot abermals vom Stapel, vorerst zu ersten geheimen Probefahrten. Doch kurze Zeit später, am 22. Oktober 2005, erhält die U39 den ersten Unterseeforschungsauftrag und begibt sich auf große Fahrt mit unbestimmtem Ziel und für lange Zeit ...
Wer ist online
Aktuell sind 87 Gäste und keine Mitglieder online




